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bei Fragen zu unseren aktuellen Themen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

 

April 2019

„Grippewelle“? Gehäufte Influenzaerkrankungen bei Pferden

Seit Anfang des Jahres werden gehäuft Influenzaausbrüche bei Pferden, unter anderem auch in Deutschland, beschrieben.

Daher empfehlen wir, den Influenza-Impfschutz Ihres Pferdes zu überprüfen.

 Pferd mit Nasenausfluss

                                                         Abb.: Pferd mit Nasenausfluss

Bei der equinen Influenza handelt es sich um eine hochansteckende Viruserkrankung, die durch akut auftretendes Fieber, Abgeschlagenheit, erhöhte Atemfrequenz, Nasenausfluss und trockenen Husten gekennzeichnet ist.Die Viruspartikel sind hochansteckend für ungeimpfte/unzureichend geimpfte Pferde und können je nach Witterungsbedingungen bis zu 2 km über die Luft verbreitet werden.

Eine spezifische Behandlung gegen die equine Influenza existiert nicht, jedoch bietet die regelmäßige Impfung einen adäquaten Schutz. Für Turnierpferde ist eine Impfung im 6-monatigen Abstand verpflichtend. Aber auch Pferde, die Kontakt zu anderen/fremden Artgenossen haben, sollten halbjährlich geimpft werden, da nach ca. 6 Monaten die Menge der schützenden Antikörper absinkt und ggf. nur noch ein unzureichender Schutz gegen eine Infektion besteht.

Bei Pferden, die keinen Kontakt zu fremden Pferden haben, reicht eine jährliche Impfung aus.

Erkrankte Pferde werden i.d.R. symptomatisch mit fiebersenkenden Medikamenten und Stallruhe behandelt. Da es sich bei der equinen Influenza um eine Viruserkrankung handelt, sind Antibiotika nicht zwingend notwendig. Allerdings ist die angegriffene Atemwegsschleimhaut empfänglich für bakterielle Sekundärinfektionen, die dann eine antibiotische Therapie notwendig machen können.

 

Nach einer überstandenen Influenza-Infektion sollten Sie Ihrem Pferd eine ausreichend lange Rekonvaleszenzzeit gönnen und nicht zu früh mit dem Training beginnen.

 

 

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Impfempfehlung der ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (STIKO Vet) gegen das West-Nil Virus

 

                                             Abb. aus: STIKO Vet: Stellungnahme zur Immunisierung von Pferden gegen das West-Nil-Virus

 

Im September 2018 erkrankten in Brandenburg und Sachsen-Anhalt erstmalig zwei Pferde am West-Nil Virus.

 

Wie wird das West-Nil Virus übertragen?

Es handelt sich beim West-Nil Virus um eine Infektion, die über blutsaugende Insekten (Mücken) von Wildvögeln auf Menschen oder Pferde übertragen wird.

 

Welche Symptome treten auf?

Bei Pferden äußern sich die Infektionen häufig ohne klinische Symptome, allerdings zeigen ca. 10 % der infizierten Tiere deutliche zentralnervöse Symptome wie Stolpern, Ataxien, allgemeine Schwäche, Zittern, Lähmungen bis hin zum Festliegen. 

 

Wie ist die Prognose für erkrankte Pferde?

Die Sterblichkeit bei den klinisch erkrankten Pferden ist mit 30-50% hoch, überlebende Pferde zeigen häufig dauerhafte neurologische Symptome.

 

Wie wird die West-Nil Erkrankung behandelt?

Eine spezifische Behandlungsmöglichkeit existiert nicht, lediglich eine symptomatische Therapie ist möglich. Allerdings stehen Impfstoffe zur Verfügung, die die schweren neurologischen Erkrankungsformen mit ausreichender Sicherheit verhindern können.

 Daher hat die ständige Impfkommission Veterinärmedizin (STIKO Vet) eine Impfempfehlung gegen das West-Nil Virus herausgegeben:

  • für Pferde die in den betroffenen Gebieten gehalten oder
  • für Pferde, die während der Insektensaison für Turniere oder andere Ereignisse in betroffenen Regionen verbracht werden

 Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen im Abstand von 4-6 Wochen und sollte bis zum Beginn der Mückensaison (Ende Mai) abgeschlossen sein. Anschließend wird die Impfung einmal jährlich aufgefrischt.

 Hier finden Sie die offizielle Impfempfehlung der STIKO Vet: 

https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00017232/Stellungnahme_WNV-Impfung_Pferde_2018-10-22.pdf

 

Bitte sprechen Sie uns an, wenn eine Impfung gegen das West Nil Virus für Ihr Pferd in Frage kommt.

 

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Atypische Myopathie – nicht nur im Herbst und Winter...

 

Auch in diesem Jahr wurden bereits zahlreiche Fälle der atypischen Weidemyopathie beobachtet. Die Universität in Lüttich, die europaweite Krankheitsfälle analysiert, berichtet bis zum 18. Dezember von über 320 Fällen, wobei 28 Fälle in Deutschland auftraten. Auch in unserem Praxisgebiet trat diese Erkrankung auf.

 

Die atypische Myopathie wird durch Hypoglycin A ausgelöst. Hierbei handelt es sich um einen Giftstoff, der in Samen des auch hierzulande weit verbreiteten Bergahorns gebildet wird. Momentan fangen die giftigen Ahornsamen an zu keimen und insbesondere aufgrund der stürmischen Wetterlagen in den vergangenen Wochen können die Keimlinge auf Weiden verteilt sein. Dies führte dazu, dass Anfang April wieder zahlreiche Pferde in Frankreich und Belgien erkrankten (60 Pferde innerhalb einer Woche).

 

                                                   Abb.: Bergahornkeimling 

Die atypische Myopathie ist eine schwerwiegende, häufig tödlich verlaufende Muskelerkrankung. Durch die Aufnahme von Hypoglycin A wird der Stoffwechsel der Muskelzelle dramatisch gestört und die Muskelzelle geht zugrunde.  Muskelfarbstoff und Muskelenzyme werden freigesetzt und können zur Nierenschädigung führen.

 

Bei folgenden Anzeichen sollte die Pferdepraxis am Hellweg umgehend kontaktiert werden:

 

  • zittern und Schwitzen
  • steifer Gang
  • kolikähnliche Schmerzen
  • Atembeschwerden und eine erhöhte Herzfrequenz
  • kaffeefarbener Urin: die rotbraune bis kaffeefarbene Verfärbung des Urins entsteht aufgrund des durch Muskelzerstörung freigesetzten Muskelfarbstoffes. Dieser kann die Niere stark schädigen. Die Muskelwerte im Blut können sehr stark erhöht sein.

 

                                                                             Abb.: kaffeefarbener Urin verfärbt durch Muskelfarbstoff

Die Behandlung der erkrankten Pferde besteht aus einer symptomatischen Therapie mit Flüssigkeitsinfusionen, Schmerzmedikamenten und Vitaminpräparaten. Zusätzlich sollten die Pferde aufgestallt werden und Boxenruhe erhalten. Häufig können mehrere Pferde einer Weide betroffen sein. Die Krankheit verläuft in vielen Fällen schwerwiegend und geht mit einer hohen Sterblichkeitsrate einher.

 

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Februar 2019: Information zum Blauzungen-Virus

Aktuell wird Deutschland aus zwei Richtungen durch das Fortschreiten von Blauzungenvirus (BTV) Infektionen bedroht: Von Südost-Europa der BTV Serotyp 4 (nachgewiesene Fälle in Österreich und Italien) und von Frankreich kommend der BTV Serotyp 8 mit aktuellen Ausbrüchen in Süd- und Westdeutschland (RLP + BW). Die Restriktionsgebiete umfassen nach aktuellem Stand bereits Teile von NRW (u. A. Kreis HSK). Hier gelten zur Zeit Handelsbeschränkungen - insbesondere für Rindvieh.

Die Konsequenzabschätzung ergibt ein hohes Infektionsrisiko, da sowohl BTV-4 als auch BTV-8 auf eine ungeschützte (ungeimpfte) Population von Tieren treffen und zu schweren wirtschaftlichen Schäden und beträchtlichem Tierleid führen können.

Auf Grund der schnellen Ausbreitung des Virus wird das Risiko für die weitere Ausbreitung durch lebende Vektoren (Gnitzen) in der kommenden Weidesaison als sehr hoch eingeschätzt.

Im Zuge der Bekämpfung der Blauzungenkrankheit stellt die Impfung die einzige Möglichkeit dar, Tiere vor klinischer Erkrankung zu schützen. Weiterhin kann durch eine Impfung auch Handelshemmnissen vorgebeugt werden. So dürfen Tiere mit gültigem Impfschutz aus den Restriktionszonen verbracht werden. Kälber ordnungsgemäß geimpfter Kühe dürfen verbracht werden, wenn Sie die Biestmilch des geimpften Muttertiers erhalten haben und dies mittels Erklärung durch den Tierhalter bestätigt wird.

Das Friedlich-Löffler-Institut und die Zuchtverbände empfehlen daher dringend eine Schutzimpfung.

Wenn Sie Ihren Tierbestand impfen, bzw. nachimpfen lassen möchten, nehmen Sie bitte rechtzeitig Kontakt mit uns auf, damit benötigte Impfstoffmengen bestellt werden können.

 Bei Weidetieren macht es Sinn, die Impfung so zu terminieren, dass in der Weidesaison ein Impfschutz besteht. Bitte bedenken Sie, dass noch nicht geimpfte Tiere eine zweite Impfung nach 3, bzw. 4 Wochen benötigen. Ordnungsgemäß grundimmunisierte Tiere benötigen nur eine einmalige Nachimpfung. (Das Impfschema entnehmen Sie bitte der Tabelle im Anhang)

 

Bei Rückfragen und zwecks Terminabsprachen stehen wir Ihnen unter 02921-12988 gern zur Verfügung.

  

Rind

Bluevac 4

Bluevac 8

Dosis

2 x 2 ml s.c. im Abstand von 4 Wochen

2 x 4 ml im Abstand von 3 Wochen

Zeitpunkt

ab Alter von 3 Monaten

ab alter von 2,5 Monaten

belastbare Immunität

 

ab 31 Tage nach Grundimmunisierung

Dauer der Immunität

6 Monate

12 Monate

Indikation

Reduktion der Virämie

Verhinderung der Virämie

  

Schaf/ Ziege

Bluevac 4

Bluevac 8

Dosis

2 x 2 ml s.c. im Abstand von 3 Wochen

2 x 2 ml im Abstand von 3 Wochen

Zeitpunkt

ab Alter von 2,5 Monaten

ab Alter von 2,5 Monaten

belastbare Immunität

ab 21 Tage nach Grundimmunisierung

ab 20 Tage nach Grundimmunsierung

Dauer der Immunität

12 Monate

12 Monate

Indikation

Reduktion der Virämie und der klin. Symptome

Verhinderung der Virämie und Reduktion der klin. Symptome

  

Die Impfung erfolgt auf freiwilliger Basis; Kosten für die Impfung werden vom Tierhalter getragen (Ausnahme Rinder: die Tierseuchenkasse NRW bezuschusst die Bestandsimpfungen mit einer Beihilfe von 1€/ je Tier) [Stand Feb. 2019]

 

 Ausbrüche von BTV-8 in Deutschland:

 

 


 

 

 

Oktober 2016:
Wir dürfen eine weitere neue Kollegin in unserem Team begrüßen!

Seit Oktober 2016 gibt es ein neues Gesicht in unserem Team, Frau Dr. Lydia Bartram. Dr. Bartram war mehrere Jahre als Assistentin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover tätig und wurde im Rahmen eines dreijährigen Residency Programms zur Spezialistin für Innere Medizin des Pferdes (Diplomate ECEIM) ausgebildet. Von 2014 bis 2016 war sie in einem großen Veterinärlabor für die fachliche Beratung von Pferdetierärzten tätig. Ihre Interessenschwerpunkte liegen in der Internistik, Ophthalmologie, Neonatologie und Labormedizin. Frau Dr. Bartram besucht regelmäßig nationale und internationale Fortbildungsveranstaltungen und bleibt dadurch fachlich auf dem aktuellen Stand.


Januar/Februar 2016:
Wir stocken auf - das Praxisteam vergrößert sich um zwei neue Tierärztinnen

Damit wir auch weiterhin unsere Kunden eine tierärztliche Betreuung auf höchstem Niveau bieten können, haben wir uns dazu entschlossen, unser Praxisteam um zwei weitere engagierte Tierärztinnen zu vergrößern. Wir freuen uns auf eine intensive Einarbeitung und eine gute und langfristige Zusammenarbeit mit unseren neuen Kolleginnen.

Seit dem 1. Januar 2016 wird unser Praxisteam nun von Frau Dr. Rahel Schrimpf unterstützt. Der Weg von Dr. Schrimpf führte über ihre Studienzeit in Wien nach Hannover an die Tierärztliche Hochschule. Dort promovierte sie 2015 am Institut für Tierzucht, in Zusammenarbeit mit dem Landgestüt Celle, mit dem Thema der Genetik der Hengstfruchtbarkeit. Während dieser Zeit war Dr. Schrimpf auch als Assistentin an der Pferdereproduktionsmedizin der Tierärztlichen Hochschule unter der Leitung von Prof. Harald Sieme tätig.
Ihre besonderen Interessengebiete sind die Gynäkologie und Andrologie, sowie die Genetik des Pferdes. Frau Dr. Schrimpf möchte sich zur Fachtierärztin für Pferde weiterbilden.


Pflicht zur Kennzeichnung von Einhufern - Equidenpass

equidenpassregelung-kreis-soest
Bitte anklicken!


Am 21. März 2015 ist das erste Fohlen der erfolgreichen Grand Prix Stute Fifth Avenue von Hedda Dröge auf Gut Dalmer geboren.
Wie bei vielen Sportpferden war es auch bei Fitfh Avenue sehr schwierig sie tragend zu bekommen. Die Stute produzierte keine eigenen Hormone, so daß die Eierstöcke nur etwa haselnussgroß waren und sie nicht in Rosse kommen konnte. Daher musste die Rosse durch Injektion von Hormonen ausgelöst werden. Aber auch die so produzierten Follikel ovulierten nicht von selbst, so daß auch der Eisprung per Injektion ausgelöst werden musste. Die Trächtigkeit wurde dann durch äußere Zugabe von Hormonen aufrecht erhalten.


Am 04.01.2013 wurde die Pferdepraxis am Hellweg eröffnet. Sie besteht aus dem Tierärzteteam Knut Certa, Dr. Johann Schulze, Dr. Renate Müller und Dr. Stefanie Wartemann.

Die Tierarztpraxis für Großtiere ist aus der Gemeinschaftspraxis Dr. Meyer & Certa hervorgegangen.

Der Soester Anzeiger berichtete am 3.1.2013 von der Praxisübergabe an die Pferdepraxis am Hellweg:

Pferdepraxis am Hellweg - Praxisübergabe an Dr. Schulze und Herrn Certa